Was läuft ohne Konto?
Drei Teile der App brauchen keine Anmeldung: das Sondersignal mit Blaulicht und Signalhorn, das Funkgerät und der Melder. Alle drei sind vollständig und nicht beschnitten. Wer nur mit dem Funkgerät üben, Tastenfolgen lernen oder sich einen Testalarm auf den Melder schicken will, muss sich nie registrieren.
Ein Konto brauchst du erst für die Leitstelle: für das Verzeichnis, für den Beitritt und fürs Gründen einer eigenen. Das Verzeichnis bekommst du auch nicht vorab zu sehen, denn ohne Anmeldung geht keine einzige Leitstellen-Anfrage durch. Auf den Startbildschirmen stehen nur Summen, also wie viele Leitstellen und Konten es gibt, nie ein Name und nie eine Kennung.
Bezahlt wird in der App genau eine Sache, nämlich der Leitstellenplatz im Funkspiel auf dem Handy. Alles andere ist kostenlos, und wer ohne Kauf disponieren möchte, tut das in der Web-Konsole am Rechner.
Installieren, und was ist mit dem iPhone?
Für Android gibt es die App im Google Play Store. Sie heißt dort Sondersignal Simulator und wird vom selben Entwickler herausgegeben, der auch diese Seite betreibt.
Für das iPhone ist sie noch nicht erschienen. Die Prüfung im App Store dauert erfahrungsgemäß Tage bis Wochen, und darauf hat das Projekt keinen Einfluss. Bis dahin nimmst du auf dem iPhone einfach die Web-Leitstelle: In Safari oder Chrome sondersignal-app.de aufrufen, anmelden, spielen. Über das Teilen-Symbol und Zum Home-Bildschirm legst du sie dir wie eine App auf den Startbildschirm.
Die Web-Leitstelle ist dabei kein Notbehelf zweiter Klasse: Sie ist vollständig, vollständig kostenlos und kann beim Disponieren sogar mehr als das Handy. Was ihr fehlt, sind Sirene, Funkgerät und Melder als eigenständige Geräte.
Die fünf Reiter
Die App ist in fünf Reiter geteilt, und jeder bildet ein Gerät oder einen Arbeitsplatz nach. Sondersignal bringt Blaulicht, Signalhorn und die Matrix mit. Funk ist das Handfunkgerät. Melder ist der Funkmeldeempfänger. Leitstelle enthält Verzeichnis, Beitritt, Einheiten, Status, Einsätze und Chat. Info führt zu Konto, Anleitung und Rechtstexten.
Beim allerersten Start läuft eine kurze Folge von Bildschirmen durch: Willkommen, Einrichten, ein Hinweis auf den Leitstellenplatz, das Konto und ein Rundgang. Den Hinweis und den Rundgang kannst du überspringen, den Rundgang findest du später jederzeit unter Info und Anleitung wieder.
Eine Sache fehlt in der App bewusst: Den Benutzernamen änderst du nur in der Web-Konsole unter Konto und Anmeldung. Der neue Name gilt danach sofort auch auf dem Handy.
Das Funkgerät bedienen
Der Reiter Funk bildet ein Handfunkgerät nach, angelehnt an ein Sepura STP9000. Die Bedienung lernt man einmal und schlägt sie danach nie wieder nach: Eine Ziffer gedrückt halten setzt den FMS-Status null bis neun. Die Modustaste einmal öffnet die Rufgruppenwahl, zweimal den Status, dreimal die Profile, lang gedrückt schaltet sie das Gerät ein und aus. Die Raute schaltet zwischen TMO und DMO um, die Seitentaste springt zur vorherigen Rufgruppe zurück, und der Stern lang gedrückt sperrt die Tasten.
Zwei Tasten haben besondere Regeln. Die Notruftaste löst nach etwa zwei Sekunden Halten den Status null aus. Und die Sprechtaste wird gehalten, nicht getippt: halten, sprechen, loslassen, höchstens sechzig Sekunden am Stück. Dass ein Status durch Halten gesetzt wird, ist kein Umstand, sondern Absicht - ein Tippen würde im Original die Rufgruppe wählen, und ein versehentlicher Notruf ist ärgerlicher als ein Tastendruck zu viel.
Ohne Leitstelle kannst du ISSI, OPTA und eigene Rufgruppen selbst eintragen. Sobald du beigetreten bist, kommen Kennung und Rufgruppen aus der Leitstelle, und deine eigenen Einträge treten in den Hintergrund.
Der Melder und worauf er hört
Der Melder kennt vier Alarmarten: laut mit vollem Alarmton, diskret in leise, stumm mit Anzeige und Vibration, und aus. Dazu kommt der Testalarm, der schnellste Weg zu prüfen, ob das Gerät überhaupt Töne durchlässt. Eingegangene Alarme bleiben im Speicher nachlesbar, mit Adresse, Text und Zeitpunkt, also genau dem, was in der Konsole als Alarmfax aufgeht.
Worauf der Melder hört, hängt an der Spielart, und daran hängen die meisten Missverständnisse. Im einfachen Funk hört er auf deine Alarmschleifen. Im Funkspiel hört er auf die von dir besetzten Einsatzmittel, denn dort alarmiert der Server das disponierte Fahrzeug einzeln, damit der Alarm nur dessen Besatzung erreicht. Wer im Funkspiel auf einer Schleife liegt, aber kein Fahrzeug besetzt hat, bekommt keinen Einsatzalarm. Das ist Absicht und kein Fehler.
In einer Leitstelle kannst du dein Melderprofil nicht selbst ändern. Wer auf welcher Schleife liegt, entscheidet die Leitstellenverwaltung, sonst könnte sich jeder auf jede Schleife setzen und die Ausrückeordnung wäre nur noch eine Bitte. Ohne Leitstelle trägst du deine Schleifen dagegen selbst ein.
Alarm bei geschlossener App, Akku und Push
Erreicht dich ein Alarm, obwohl die App zu ist, kommt er als Push. Nachfragen wäre der falsche Weg: Eine App, die im Hintergrund alle zwei Sekunden beim Server anklopft, ist nach einer Stunde mit dem Akku fertig. Ist die App offen, holt sie den Lagestand regelmäßig selbst; im Hintergrund passiert das viel seltener, und alles Dringende kommt per Push.
Ob und wann eine Push-Nachricht ankommt, entscheidet am Ende das Betriebssystem und nicht der Simulator. Eine Zustellgarantie gibt es nicht und kann es nicht geben. Drei Stellschrauben helfen, in dieser Reihenfolge: die Akku-Optimierung für die App abschalten, Benachrichtigungen erlauben, und die Funkbereitschaft im Dashboard der App einschalten. Dazu kommt: Energiesparmodus verzögert, Nicht stören unterdrückt den Ton, und manche Hersteller räumen Hintergrund-Apps besonders gründlich ab.
Bei wackliger Verbindung hilft ein Griff, der vielen nicht bekannt ist: die Echtzeit-Übertragung abschalten. Dann kommt der Funk als Aufnahme, etwas später, dafür vollständig. Lieber ein Funkspruch mit drei Sekunden Verzug als einer, von dem die Hälfte fehlt.
App oder Web-Konsole?
Beides zusammen ist der Normalfall, und zwar arbeitsteilig: Wer draußen fährt, hat das Handy mit Funkgerät und Melder in der Hand. Wer disponiert, sitzt am Rechner vor der Web-Konsole, weil dort Einheiten, Einsätze, Karte und Funkprotokoll gleichzeitig sichtbar sind. Auf einem Telefondisplay lässt sich das nicht sinnvoll nebeneinanderlegen.
Nur im Web gibt es den Benutzernamenwechsel, die vollständige Verwaltung, die Datenabfragen, die Flugkarte, das Soundboard und die ausgelagerten Fenster für mehrere Bildschirme. Nur in der App gibt es Sirene, Funkgerät und Melder als eigenständige Geräte samt Push auf dem Sperrbildschirm.
Ein Konto gilt für beides. Du kannst also am Rechner disponieren und nebenher das Handy als Funkgerät danebenlegen, und viele spielen genau so.